Über mich
Ich bin vor einigen Jahrzehnten geboren, lebe seither und werde voraussichtlich irgendwann sterben. Ansonsten interessiert wohl nur, was sich zwischen Anfang und Ende ereignet, denn der Rest gilt eher als ungewiss.
Über mein Verhältnis zum Opel Ascona C
Am Anfang stand das Ende meiner Ausbildung zum Elektroinstallateur und ein Bausparvertrag, den ich zu dem Zweck gekündigt hatte, um mir endlich ein eigenes Auto zu kaufen. Wir schreiben das Jahr 1994 und mein Budget für den Autokauf betrug 1000 DM. Und da fand sich in der eigens dafür erworbenen Siegener Zeitung eine Verkaufsannonce zu einem Ascona C, Baujahr 1983, 1.6, für genau 1000 DM. Nach meinem Anruf wurde ich im Hinterhof eines Kreuztaler Bordells empfangen, wo der Wagen in seiner grasgrün gerollten Pracht als Luxusausstattung vor mir stand. Ich überlegte nicht lange und brachte am nächsten Tag das Geld.
Diese erste Bekanntschaft war sehr intensiv, dauerte aber nur ein knappes Jahr, da ich mir den TÜV nicht leisten konnte. Im Rückblick hatte der Wagen viele kleine Macken und Schäden, fuhr jedoch stets sehr zuverlässig, selbst nach Holland und zurück; grasgrün gerollt und als Luxusausstattung.
Ich weiß nicht, ob es dieser Eindruck von Unverwüstlichkeit war oder die schlichte Eleganz oder einfach nur das viel beschworene Urerlebnis des ersten eigenen Autos; jedenfalls schaute ich in den folgenden Jahren immer gezielt nach einem Ascona C, wenn ich mir einen solchen denn leisten konnte, so dass noch vier weitere von mir verheizt worden sind, bevor ich mir dann 2005 einen unverbastelten Ascona C 1.3 S für 600 EURO in Köln bei Auto Pekesen mit dem Ziel kaufte, ihn systematisch zu verjüngen, bis er wieder wie damals im April 1982 aussieht, als ihn der Vorbesitzer in Bochum abgeholt hatte.
Im April 2010 habe ich meinen dreizehnten Ascona C gekauft, vier habe ich in den vergangenen Jahren geschlachtet, vier befinden sich noch als Gesamtfahrzeuge in meinem Besitz; einer ist für den Sommer, ein anderer für den Winter, ein Dritter für hin und wieder und der Vierte steht nur so rum. Und am liebsten würde ich jedem noch verfügbaren C-Ascona das möglichst ewige Leben schenken, wenn da nicht Geld, und vor allem Zeit und Raum gewisse Grenzen setzen. – Aber das ist eher ein philosophisches Problem als ein technisches ...
Über meine Vorhaben
Soweit mein Leben ein endliches ist, will ich mich dennoch der unendlichen Aufgabe stellen, den Ascona C als Alltagsfahrzeug auf bundesdeutschem Asphalt zu präsentieren, und zwar in Originalzustand und möglichst auf Hochglanz poliert. Dafür sammle ich die nötigen Ersatzteile, die sich noch auf dem Markt finden lassen, und bunkere sie für die Generationen nach mir ein, falls ich nicht doch das eine oder andere Schräubchen mit GM-Nummer einmal verbauen muss, um mir selbst die Sinnhaftigkeit dieser Aufgabe dadurch bestätigen zu können.
[Steckbriefdaten]
Name: Christian F.
Beruf: Freibeuter
Fahrzeuge: Ascona C (1.3 N / 1.3 S / 1.6 i / ???)
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